Video-Aufzeichnungen nur begrenzt haltbar!


  

 
 
 
 
 

 

Die Haltbarkeit von Videoaufzeichnungen ist nur äußerst begrenzt. Manch ein braver Zeitgenosse, der seine bespielten Videokassetten über mehrere Jahre im heimischen Bücherregal aufbewahrte und sie sich dann wieder einmal "reinziehen" wollte, rieb sich erstaunt die Augen. agierte doch ein heftig verrauschter John Wayne, James Stewart oder Gregory Peck auf der Mattscheibe und man wusste zunächst keine plausible Erklärung für diesen Verlust an Bildqualität. Nun ja, so tröstete man sich, das Bandmaterial in den frühen Kassetten war vielleicht doch noch nicht so gut. Die Vorstellung, dass der Zahn der Zeit die Videobänder emsig anknabbern könnte, wurde zunächst verdrängt. Jetzt aber ist aus Fernost von offizieller Seite, nämlich von Sony, Beängstigendes zu hören. Wie auch die Zeitschrift "Photo Presse" in ihrer Ausgabe 4-93 berichtet, wurde in Tokyo auch ein Untersuchungsergebnis mit dem Titel "Archived Stability of Metal Video Tapes" veröffentlicht. Darin heißt es, dass Magnetaufzeichnungen nur etwa 15 Jahre halten dürften, selbst dann, wenn sie unter idealen Bedingungen, also klimatisiert und temperiert, aufbewahrt werden. Vor allem Feuchtigkeit und höhere Temperaturen sollen den Videofilmen besonders zusetzen. Nach Meinung der Redaktion des SCHMALFILM wäre es aber falsch, eine genaue Zeitangabe über das Vergehen von Magnetaufzeichnungen zu machen, man sollte eher eine Halbwertzeit für den Zerfall nennen, also eine Zeitspanne, nach der etwa die Hälfte der gespeicherten Informationen verloren ist. An der grundsätzlichen Tatsache, dass Videoaufnahmen ein relativ kurzes Leben haben, ändert diese Feststellung allerdings nichts. 

Als einzige Vorteile von Video bleiben die schnelle Verfügbarkeit der Aufnahme, die leichte elektronische Manipulierbarkeit der Bilder und der geringe Preis des Bandmaterials, das - wie man jetzt sieht - im Grunde auch nicht mehr wert ist! Wer anspruchsvoll ist und sich auch im kommenden Jahrtausend noch an seinen Aufnahmen erfreuen möchte, der liegt mit dem guten alten, perforierten, chemischen Film genau richtig - so, wie es der SCHMALFILM schon seit langem verkündet. 

(in Anlehnung an einen Artikel von Roland Vedrilla im SCHMALFILM Ausgabe 5-6/1993)