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Optische Dynamik |
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Halten Sie die Kamera ruhig!
Nicht die Kamera soll sich bewegen, sondern
das Objekt. Nutzen Sie darum jede Möglichkeit für einen ruhigen
Kamerahalt zu sorgen. Lehnen Sie sich irgendwo an oder stützen Sie
sich auf, vor allem, wenn Sie mit längeren Objektivbrennweiten filmen.
Bei Objektiv-Brennweiten von über 20 mm sollte grundsätzlich
Also entweder horizontal oder vertikal
schwenken, aber nie vertikal, dann ein Stück horizontal und vielleicht
dann noch ein Stück schräg nach unten (es sei denn, Sie wollen
später die Besucher Ihres Filmes seekrank werden lassen). Schwenken
Sie auch nie ruckartig oder vorwärts und rückwärts hintereinander.
Am besten, Sie vermeiden es überhaupt, einen Schwenk aus freier Hand
zu machen. Es ist nämlich kaum möglich, die Kamera wirklich horizontal
zu führen. Fast immer entsteht dabei eine wellenförmige Bewegung.
Das wirkt später in der Projektion sehr unangenehm.
Wenn Sie glauben, zu langsam zu schwenken,
wird es wahrscheinlich gerade richtig sein. Als Maßstab kann gelten, dass ein horizontaler Schwenk über einen Winkel von 90 Grad etwa
15 Sekunden dauern soll, wenn die Objektivbrennweite nicht länger
als 15 mm ist. Bei längerer Brennweite muss auch der Schwenk
länger dauern.
Tun Sie das nicht, werden im Projektionsbild
Menschen und Häuser schräg stehen wie der schiefe Turm von Pisa,
nur mit dem Unterschied, dass der Boden auch schräg liegt. Selbstverständlich
können Sie aber nach oben oder nach unten filmen, je nachdem, welchen
Standort Sie haben. Nur muss die Grundlinie des Bildfeldes auch dann
immer horizontal bleiben. Durch Veränderung des Bildpunktes bringen
Sie Abwechslung in einen Film. Ein guter Film lebt nun einmal davon, dass das Motiv unter verschiedener Sicht gefilmt wird, um es "plastisch" erscheinen
zu lassen.
Kleben Sie nicht am Platze, sondern überlegen
Sie immer, von welchem Blickwinkel aus die Szene am wirkungsvollsten aufgenommen
werden könnte. Steigen Sie auf einen Stuhl, oder nehmen Sie einen
anderen erhöhten Standort ein, um aus der Vogelperspektive zu filmen.
Umgekehrt können Sie sich auch auf den Boden legen und sehen, wie
das Ganze aus der Froschperspektive wirkt. Den eigenen Standort zu wechseln
ist also beim Filmen durchaus erlaubt und sogar notwendig!
Schnelle Filmbereitschaft wünscht
sich der Anfänger genau so wie der versierte Amateur und Profi. Sie
wird ermöglicht durch die Fixfocus-Einstellung des Objektives. Wählen
Sie dazu eine Objektiv- Brennweite, die nicht zu lang und nicht zu kurz
ist, die gleichzeitig eine große Schärfentiefe bietet und zudem
verwacklungsfreie Aufnahmen aus der freien Hand ermöglicht. Für
die meisten Szenen entspricht die Brennweite 10mm am besten dieser wichtigen
Forderung.
Schärfentiefe auf einen Blick
Filmen Sie brauchen übrigens für die
Halbtotale und für die Großaufnahme nicht unbedingt näher
heranzugehen. Sie können den Effekt auch durch entsprechendes Verstellen
des Varioobjektivs oder durch Objektivwechsel erreichen. Gehen Sie näher
heran, wird die Perspektive anders. Filmen Sie aus derselben Entfernung
mit längerer Brennweite, so erhalten Sie die Halbtotale oder Großaufnahme
als Ausschnitt aus dem Ganzen, aber mit derselben Perspektive wie vorher
in der Übersicht. Das muss man versucht haben, um den Unterschied
zu erkennen. Merke: Brennweitenbrücke ausnutzen! Jede Szene,
ganz gleich ob Übersicht oder Großaufnahme, formatfüllend
erfassen!
Wenn es auch im Anfang nicht gleich Ihr
Ehrgeiz sein dürfte, wettbewerbsreife Spielfilme zu produzieren, so
sollten Sie doch versuchen, den Zuschauer logisch von einer Szene zur anderen
zu führen. Was gemeint ist, kann ein einfaches Beispiel veranschaulichen:
Fällt zum Beispiel ein Blumentopf von der Fensterbank, dann muss die nächste Szene die Folge zeigen, also wer wurde getroffen.
Der erfahrene Filmer wird die Länge
der einzelnen Szenen nicht über 4-5 Sekunden ausdehnen. Faustregel
für den Anfänger: Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen.
Das ist der Fall, wenn ein Vorgang von Natur aus länger dauert und
Sie ihn von Anfang bis Ende filmen wollen. Beispielsweise ein Eispaarlauf,
den Sie in der Harmonie der Bewegung über mehrere Figuren hinweg verfolgen
wollen.
Durchfahren Sie den ganzen Bereich von der kurzen bis zur langen Brennweite, so ergibt sich für den Beschauer ein Pseudo-Fahreffekt, d.h. der Abstand zwischen Kamera und aufgenommener Szene wird scheinbar verringert. (Bei einem richtigen Fahreffekt bewegt sich die Kamera wirklich auf die Szene zu, wobei sich die Perspektive, also der Blickwinkel, kontinuierlich verändert.) Bei Fahraufnahmen mit dem Varioobjektiv stellen Sie zunächst mit der größten Brennweite scharf. Dann stellen Sie das Objektiv auf die Brennweite ein, bei der Sie die Übersicht über die ganze Szene haben, und vergrößern nun während des Filmens langsam und stetig die Brennweite, bis das bildwichtige Objekt als Großaufnahme herangeholt ist. Mit der Verwendung dieses Fahreffektes
- so verlockend er ist - soll man aber sparsam umgehen, so wie man ein
Gericht "fein" würzt. Ein Zuviel kann alles verderben!
Es gibt Filmsituationen, wo es erforderlich ist, die Belichtungsautomatik zu beeinflussen. Bei Gegenlichtaufnahmen erscheinen Personen oder Objekte als Silhouette, wenn die Schatten nicht aufgehellt werden. Um unter solchen Umständen auch im Schatten noch Details erkennen zu können, öffnen Sie die Blende um eine ganze Stufe von Hand. Zum Beispiel: statt der automatisch gemessenen Blende 16 nehmen Sie Blende 11. Genauso verfahren Sie auch bei Personenaufnahmen vor großen Schneeflächen.
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